100 Jahre Dreigliederung – Info3, Mai 2017

100 Jahre Dreigliederung. Zeitschrift Info3, Ausgabe Mai 2017

100 Jahre Dreigliederung

Freie Kultur • gleiches Recht • solidarische Wirtschaft

Zeitschrift Info3, Ausgabe Mai 2017

Vor einhundert Jahren, im Mai des Jahres 1917, sprach Rudolf Steiner zum ersten Mal über seine strukturelle Gesellschafts-Theorie. Staat und Gesellschaft könne man in die drei Bereiche Kultur, Politik und Wirtschaft gliedern. Gemäß den Prinzipien von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Die Idee der „Dreigliederung des sozialen Organismus“ war erstmals formuliert. Diesem Jubiläum widmen wir unsere Mai-Ausgabe.

Knapp 60 Jahre nach ihrem ersten Auftreten waren in Europa überall die sozialen Auswirkungen des 68er-Aufbruchs zu spüren. Mit dabei auch ein Teil der ansonsten eher bürgerlichen Anthroposophenschaft. Deren mehr grün-alternativer Flügel bezog sich damals durch die Gründung freier Schulen, klassenloser Krankenhäuser und selbstverwalteter Wohn- und Kulturprojekte auf Steiners Idee der Dreigliederung. Mittendrin auch ein gedruckter Informationsdienst, der ohne größeren publizistischen Anspruch über diese Projekte berichtete. Und das sogar dreisprachig auf Deutsch, Niederländisch und Englisch. Wegen des Bezugs zur sozialen Dreigliederung trug er den Namen „Info3“. Es war die Geburt unserer Zeitschrift vor über 40 Jahren!

Von den damaligen Projekten blieben die Waldorfschulen und Krankenhäuser. Es entstanden alternative Banken und Unternehmen. Aber der Begriff „Dreigliederung“ verschwand fast vollständig, auch aus unserer Zeitschrift, trotz der immer noch schlummernden Drei im Titel. Und nicht nur der Name, sondern auch der damit lange verbundene soziale Anspruch geriet in Vergessenheit.

Das ist einerseits unvermeidlich, denn dem Begriff „Dreigliederung“ haftete schon immer etwas leicht Bekenntnishaftes an, wo man doch nur Phänomene beschreiben wollte. Bei der Vorbereitung dieser Ausgabe stellten wir aber fest: Schade eigentlich! Schließlich ist der soziale Bezug ja in den meisten anthroposophischen Unternehmungen und Projekten weiterhin zentral. Und die Grundidee einer dreifachen Differenzierung des Sozialen immer noch ebenso aktuell wie der Ruf nach mehr Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit (heute angemessener: Geschwisterlichkeit).

Und in vielen konkreten Beispielen leben durchaus Aspekte von dem, was Steiner mit seinen Ausführungen zur Dreigliederung charakterisiert hat. Im Einsatz für ein Grundeinkommen zum Beispiel, in freien Schulen, Hochschulen und Kindergärten im anthroposophischen Umfeld. Oder in Firmen wie Wala/Dr. Hauschka und der GLS Bank  Auch der Kongress „Soziale Zukunft“ in Bochum, auf den wir als Medienpartner in dieser Ausgabe nochmals ausführlich hinweisen, wird im Juni die Idee der Dreigliederung zum wesentlichen Bestandteil haben.

Unser Heft trägt außerdem Beispiele dafür zusammen, wie die von Steiner gemeinte trisektorale innergesellschaftliche Förderalisierung (um mal einen anderen Begriff zu verwenden) heute durchaus auch in wichtigen Elementen unserer Rechtsordnung wiederzufinden ist. Wie auch immer: Wir laden dazu ein, sich auf diese Idee einzulassen, das Prinzip der Drei neu zu hinterfragen und denkend zu entdecken.

 

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